06.12.2019

Seid ihr denn auch alle brav gewesen?

Wer war denn nun Knecht Ruprecht, in Süddeutschland und Österreich auch als Krampus bekannt?

 

Jahrhundertelang gab es keine Begleitung zum heiligen Nikolaus, wenn dieser am 06. Dezember seine Geschenke brachte. Ab dem 16. Jahrhundert war dann Knecht Ruprecht, der grimmige Begleiter des Nikolaus, ursprünglich als Kinderschreckfigur gedacht, der die Kinder zu mehr Frömmigkeit und Gehorsam erziehen sollte.
Im Mittelalter wurde er als teuflisches Wesen mit zotteligem Fell, Hörnern und einer hässlichen Fratze beschrieben, der die Kinder mit einer Rute bestrafte. Doch im Lauf der Zeit wurde das Bild von ihm stark entschärft. Heutzutage gilt er als Begleiter des Nikolaus, der in einem Sack oder Korb die Geschenke auf seinem Rücken transportiert.

 

Die Rute gehört jedoch auch weiterhin zu seiner Ausstattung.
So ist er auch in dem folgenden Gedicht von Theodor Storm beschrieben.

Knecht Ruprecht

Von drauß` vom Walde komm ich her;
ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr!

 

Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht`durch den finstern Tann,
da rief`s mich mit heller Stimme an.

 

„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan.
Alt` und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg` ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!“

 

Ich sprach: „O lieber Herr Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo`s eitel gute Kinder hat.“
„Hast denn das Säcklein auch bei Dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.“

 

„Hast denn die Rute auch bei Dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier:
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

 

Von drauß` vom Walde komm ich her;
ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr!

Quellen: Winter Wunder Weihnachtstraum, katholisch.de

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