18.12.2019

Schenken und beschenkt werden.

Das Schönste am Schenken ist das Leuchten in den Augen der Beschenkten.
(Weisheit aus Russland)

Für viele ist jetzt die Zeit der Weihnachtsfeiern. Oft wird hierbei auch „gewichtelt“. Doch woher kommt das Wichteln eigentlich?

 

Das Wichteln ist eine Tradition aus Skandinavien – dort sorgen kleine Wichtel dafür, dass es den Menschen gut geht, besonders zu Weihnachten. Deshalb sind die Weihnachtswichtel weltweit als kleine Helfer des Weihnachtsmannes unterwegs. Das skandinavische Wort Wort „Julklapp“ setzt sich zusammen aus den Wörtern „Jul“, zu Deutsch „Weihnachten“, und „Klapp“, was soviel wie „Klopfen“ bedeutet.

 

Im Norden ist es Brauch, von Haus zu Haus zu ziehen, an die Tür zu klopfen und seine Geschenke unbemerkt zurückzulassen. Bei uns ist Deutschland ist das anonyme Geschenketauschen in der Vorweihnachtszeit auch sehr beliebt und es gibt zahlreiche Variationen, wie zum Beispiel das Zufalls- oder Schrottwichteln.
Kummer und Sorgen und kein Wichtel zur Hand? Vielleicht hilft ja das Glöckchen aus dem nachfolgenden Märchen.

Die Weihnachtsglocke
- Märchen aus Russland -

Vor vielen, vielen Jahren war in Russland ein Bauer vor der Weihnachtszeit sehr traurig und verzweifelt. Er hätte so gern seinen Kindern, seiner Frau und all den Freunden und Nachbarn am Heiligen Abend etwas Gutes getan. Aber was sollte es in dieser harten Zeit schon geben, in der das Geld kaum für das tägliche Brot reichte?
Er überlegte, aber es fiel ihm beim besten Willen nichts ein. Während er so vor sich hin sinnend auf dem Feld die letzten Arbeiten verrichtete, stieß er im frostigen Boden auf einen eisernen Ring. Er wunderte sich, holte ein Seil, zog es durch den Ring, spannte seinen Ochsen davor und staunte nicht schlecht. Der Ochse zog eine riesengroße Glocke aus dem Boden. So einfach, als ob es nur eine Rübe wäre.

 

„Es muss ein Wunder sein“, meinten die Leute aus dem Dorf, denn niemand konnte sich erklären, wie die Glocke in den Acker gekommen war. Und dann packten alle mit an, die Großen und die Kleinen, die Alten und die Jungen, um in Windeseile einen Turm aus Holz für die große Glocke zu bauen.
Am Heiligen Abend war es dann soweit. Zum ersten Mal erklang das Geläut der Glocke nun weithin über die tief verschneite Ebene. Und mit allen Menschen, die es hörten, geschah etwas Wunderbares. Die Traurigen wurden froh, die Kranken vergaßen ihre Schmerzen, die Einsamen bekamen Besuch, die Zornigen wurden milde und die Hungrigen fanden plötzlich etwas zu essen.
Von da an läutete die Glocke an jedem Feiertag. Und jedes Mal schöpften traurige und verzweifelte Menschen bei ihrem Klang neue Hoffnung und neuen Mut. Zerstrittene Menschen versöhnten sich wieder und Wohlhabende verschenkten ihre Gaben an die Armen. Schon seit dem ersten Glockenschlag war Friede und Freude im Dorf eingekehrt. Auch der Zar in Petersburg hörte von diesem Glockenwunder. „Die Glocke will ich haben“, entschied er und machte sich mit seinen Reitern auf den Weg zu dem Dorf, um sie zu holen. Alles Bitten der Bauern, die ihre Glocke nicht weggeben wollten, half nichts, der Zar blieb hart: „Ich will es so, ich bin der Zar! Die Glocke ist für euch Bauern viel zu schade!“

 

Dann befahl er, die Glocke mit einem Seil vom Turm herunterzulassen. Als sie aber aufgeladen war, rührte sich der Wagen nicht mehr von der Stelle. Alle Ochsen und Rösser des Dorfes ließ der Zar anspannen, alle Bauern und Soldaten, alle Frauen und Kinder ließ er ziehen, ja er fasste sogar selbst mit an.
Jedoch es half nichts. Blind vor Zorn forderte er seine Soldaten auf, die Glocke mit einem großen Hammer in viele tausend Stücke zu zerschlagen. Dann zog er fort und ließ die traurigen Dorfbewohner mit einem großen Scherbenhaufen zurück.

 

Als es wieder Weihnachten wurde, ging der Bauer in Erinnerung an das Wunder vom Vorjahr und voll trauriger Gedanken zum Glockenscherbenhaufen. Da sah er ein Glitzern unter dem Schnee. Statt der Scherben fand er viele Tausend kleine glänzende Glöckchen. Die Nachbarn halfen ihm dabei, sie aufzulesen und an alle zu verteilen. Auch für dich ist ein Glöckchen dabei. Häng es dort auf, wo du es am nötigsten hast. Und immer, wenn du es brauchst, wenn du traurig bist oder Kummer und Schmerzen hast, läute daran!

Quelle: Winter Wunder Weihnachtstraum

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